Meine Geschichte

Lisa-Elen Wächtler, geb. 1993

Ich bin ein Mensch, der tief fühlt. Getragen von dieser emotionalen Verbindung zum Leben, habe ich seitdem ich denken kann meine Entscheidungen getroffen. Auch wenn ich eine akademische Karriere mit erfolgreichem Master of Science Abschluss durchlaufen habe und über viele Jahre hinweg mit Leidenschaft im Sportbereich tätig war, hat mir mein Gefühl immer zugeflüstert: „Das war noch nicht alles“. Mein Herz hegte den Wunsch etwas zu verändern und ich war begeistert von den Möglichkeiten, die eine Kombination aus Wissen, Erfahrung, Zwischenmenschlichkeit und Kreativität versprach. Doch war ich mit diesem Wunsch im Leistungssport an der falschen Adresse. „Wir haben das schon immer so gemacht.“, ist wohl der Satz, den ich am häufigsten gehört habe, als ich Vorschläge zur Weiterentwicklung der Athletenbetreuung brachte. Alles, was zählte, war die zu erbringende Leistung, damit sich meine Athleten für Olympia qualifizieren würden. Heute sehe ich es mit einem Lächeln, denn in eine unvorhersehbare Wendung meines Lebens, die mich zum kompletten Umdenken, weg vom Leistunggedanken, bringen würde, wartete bereits auf mich.

2020 begann die Phase des Wandels. Nach geplanter und bereits vollzogener Auswanderung nach Australien, kehrte ich wegen der noch immer andauernden Corona-Pandemie nach Deutschland zurück.

Seit meiner Rückkehr haben viele Ereignisse mein Leben geprägt. Die beiden einschneidendsten Erfahrungen waren jedoch Anfang 2022 das plötzliche Ende meiner Ehe und eine kurz darauf folgende medizinische Fehlbehandlung, nach welcher ich nicht mehr richtig schlucken und atmen konnte. Daraufhin erlebte ich immer wieder intensive Angst- und Panikattacken. Es waren diese Erfahrungen, die mich dazu gezwungen haben, mich erstmals intensiv mit mir selbst, meiner persönlichen Entwicklung und dem Leben im Allgemeinen auseinanderzusetzen und tief zu reflektieren.
Bis heute habe ich wirklich viele Ansätze zur Heilung meiner Beschwerden recherchiert, ausprobiert und erschöpft. Von Physio- & Atemtherapie, Logopädie & Osteopathie für den Körper, über Gesprächs-, Kunst- und Tanztherapien für die Psyche bis hin zu alternativen Praktiken wie Heilpraktiken, Hypnose und Manifestieren - jede Therapieform fand eigene Möglichkeiten zur Symptombehandlung und für jede wohlwollende Zuwendung in dieser Zeit bin ich unglaublich dankbar. Doch bis heute sind nicht alle Symptome verschwunden.
Ich denke, dass sich der/die ein/e oder andere, der/die diese Zeilen liest, mit dieser Situation identifizieren kann und sich auch oft genug fragt, wann verschwinden meine Beschwerden endlich aus meinem Leben, damit ich mich wieder glücklich fühlen kann?

Ein Umdenken und damit die Suche nach dem bleibenden, vom Außen unabhängigem Glück ist es, die mich letztendlich immer wieder zurück zur Achtsamkeit und ihrer Weisheit geführt hat. Denn die Achtsamkeit hat eine unglaubliche Kraft:

Achtsamkeit verbindet uns wieder mit dem Leben.

Und „das Leben beinhaltet unangenehme Erfahrungen.“, das wusste schon der Buddha vor tausenden von Jahren. Die Achtsamkeit lehrt uns jedoch, dass es nicht die Auslöschung jeglicher unangenehmen Erfahrungen in unserem Leben ist, die uns im Innen glücklich macht. Es ist die Fähigkeit jeder Empfindung, die uns der Moment schenkt, Raum geben zu können, ganz gleich, ob sie sich angenehm, unangenehm oder neutral anfühlt. Können wir im Hier und Jetzt mit einer liebevollen, wohlwollenden Aufmerksamkeit verweilen, finden wir innere Ruhe. Und das wollte ich. Und das darf ich nun oft.
Ich darf die Welt mit neuen Augen sehen und in den alltäglichen Dingen wieder Magie spüren. Dieser Zustand ist nicht dauerhaft (Spoiler: Nichts ist von Dauer, aber das ist ein Teil der Selbsterkenntnis, den du bestimmt im Laufe deiner Praxis auch noch herausfinden darfst...), aber er ist da. Und mit zunehmender Praxis, kommt dieses liebevolle tiefe Gewahrsein, diese Verbindung zum Leben immer öfter und bleibt immer länger. Die Freiheit, die ich dadurch trotz bleibender Symptome gewonnen habe, ist ein unglaubliches Geschenk. Deshalb liebe ich meinen Weg und freue mich die Entscheidung getroffen zu haben, dich und andere Menschen auf ihrem persönlichen Weg zu begleiten. Für mehr Liebe. Für uns selbst, für unsere Mitmenschen, für alle Lebewesen und unsere Erde selbst.